Körperkult: Weder Gymbro noch Couch. So pflegst du dich, ohne dich zu verrennen
KURZE ANTWORT
Körperkult heißt: Dein Körper wird zum Maßstab dafür, was du wert bist. Du trainierst, isst und schaust in den Spiegel aus Pflichtgefühl und schlechtem Gewissen, und es reicht nie. Sich um sich zu kümmern ist völlig okay. Was stört, ist das Wort „Kult“. Zwischen dem Gymbro, der für sein Sixpack lebt, und dem, der Selbstpflege für eine Erfindung des Kapitalismus hält, gibt es eine ziemlich bequeme Mitte: Dinge für deinen Körper tun, weil sie dir guttun, regelmäßig und ohne Strafe.
Fünf Minuten Instagram, und schon hat dir jemand erklärt, dass du falsch frühstückst, falsch trainierst, falsch schläfst und dein Gesicht auch nicht so dolle ist. Im nächsten Video heißt es dann, das alles sei nur eine Falle, um dir Zeug zu verkaufen.
Also haben wir mal darüber nachgedacht, wie wir über Körper reden. Vor allem über den eigenen. Achtung, wird ein bisschen tiefgründig.

In diesem Beitrag
Was ist Körperkult?
Körperkult ist das, was passiert, wenn dein Körper nicht mehr der Ort ist, an dem du lebst, sondern ein Projekt, das nie fertig wird. Du trainierst aus Angst, Gains zu verlieren, isst mit Taschenrechner und suchst im Spiegel nach Fehlern.
Die Idee ist nicht neu (die alten Griechen hatten auch schon was für Oberkörper übrig). Neu ist das Ausmaß: Social Media, Apps, die alles messen, Filter und eine ganze Industrie, die davon lebt, dass du dir nie ganz gefällst.
Sich um sich zu kümmern ist an sich nichts Schlechtes. Wie dieser philosophische Essay über Körperkult (auf Spanisch) festhält, steckt das Problem im Wort „Kult“: wenn der Körper das Wichtigste in deinem Leben wird und sich alles andere um ihn dreht.
Gymbros gegen Team Croissant: die zwei Lager im Internet
Es hat etwas Anstrengendes, wie wir (mit uns selbst) über unseren Körper reden. Das Internet scheint sich in zwei Lager gespalten zu haben:
- Die Peak-Performance-Typen. Elektrolyte, Eisbäder, präventives Botox und zwei Stunden Hyrox vor dem Frühstück. Wellness und Looksmaxxing als Persönlichkeit.
- Body Positivity mit zu viel Anlauf. Selbstpflege ist Unterdrückung durch den Kapitalismus, sich gehen lassen ist Rebellion und Fertigfutter eine Form von Selbstliebe.
Kein Sixpack? Dann bist du nichts wert. Zu viel Sport? Dann bist du Teil des Problems. Such dir ein Lager aus.
Nö, keine Lust. Zwischen „ich mach mich zurecht, weil es Spaß macht“ und „ich bestrafe mich, weil es nie reicht“ gibt es bestimmt eine Mitte. Und da lebt es sich ziemlich gut.
Wann wird Selbstpflege zur Obsession?
Eine exakte Grenze gibt es nicht. Aber die Anzeichen sind ziemlich klar, wenn man sie nebeneinanderlegt:
| Situation | Selbstpflege | Körperkult |
|---|---|---|
| Warum du trainierst | Es tut dir gut und macht den Kopf frei | Wenn du nicht gehst, hast du ein schlechtes Gewissen |
| Ein Tag, an dem es nicht klappt | Morgen ist auch noch ein Tag | Deine Laune ist im Keller oder du holst es doppelt nach |
| Essen | Meistens gesund, den Rest genießt du | Du zählst alles und ein Abendessen auswärts stresst dich |
| Der Spiegel | Du schaust rein, gefällst dir mehr oder weniger und gehst weiter | Du suchst mehrmals am Tag nach Makeln |
| Pläne | Das Gym passt in dein Leben | Dein Leben passt sich ums Gym an |
| Fotos | Du siehst eben so aus, wie du aussiehst | Du knipst so lange, bis der Winkel stimmt |
Wenn du dich eher in der rechten Spalte wiederfindest, ist es schon ein Schritt, das zu merken. Das ist häufiger, als man denkt, und bei Männern hat es einen Namen, den man immer öfter hört: Muskeldysmorphie (auch Bigorexie oder Adonis-Komplex). Man sieht sich als zu klein oder zu wenig definiert, obwohl das objektiv nicht stimmt, und kreist ständig darum.
Wenn dir das zu bekannt vorkommt
Wenn dein Körper, das Essen oder der Sport dich täglich belasten, sprich mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder einer Psychotherapeutin bzw. einem Psychotherapeuten. Sich dafür Hilfe zu holen ist genauso normal wie der Gang zur Physio wegen Rückenschmerzen.
Drei Selbsthilfe-Sprüche, die uns nicht ganz überzeugen
„Wenn du dich pflegst, dann nur für dich“
Für dich, ja. Und ein bisschen auch für andere. Wir gefallen nun mal gern. Wenn jemand sagt „du siehst gut aus“, tut das gut, und diese Bestätigung zu suchen ist legitim, solange sie nicht dein einziger Antrieb ist.
„Akzeptier dich so, wie du bist“
Und auch so, wie du werden könntest. Sich zu mögen heißt nicht, sich einzufrieren. Das ist wie bei einer Freundschaft oder einer Zimmerpflanze: Was man nicht pflegt, geht ein.
„Du bist, was deine Taten über dich sagen“
Okay, aber jede Geste zur Heldensaga aufzublasen, überzeugt uns auch nicht. Sich um sich zu kümmern ist meistens repetitiv, langweilig und eintönig. Und das ist gut so.
Nachhaltiger Hedonismus: Selbstpflege, die Spaß macht
Gesicht waschen. Spazieren gehen. Ein bisschen früher ins Bett. Ab und zu was Grünes essen. Nichts davon landet in einem Reel mit epischer Musik, und genau das sieht man über die Jahre am meisten.
Wir sehen Selbstpflege gern weniger verbissen und menschlicher: eine Mischung aus Gesundheit, Genuss, Ästhetik, Energie, Erholung, Spiel und Respekt. Sich um sich zu kümmern kann auch eine Form von Zuneigung sein. Zu dir selbst.
Das funktioniert wie eine lange Beziehung, ein Garten oder eine Wohnung einrichten: tägliche Handgriffe, stetige Arbeit und akzeptieren, dass es Phasen gibt. Manche mit mehr Gym. Andere mit mehr Sofa.
- Trainieren, ja. Aber ohne das Gym zur Religion zu machen.
- Eincremen, ja. Aber ohne Zwölf-Schritte-Routine, die du im Februar wieder hinschmeißt.
- Gut essen, ja. Aber ohne für den Rest deines Lebens deinen Reis abzuwiegen.
- Attraktiv sein wollen, ja. Aber ohne dich in ein unmögliches Projekt zu verwandeln.
Wir wollen keinen perfekten Körper.
Wir wollen in den Spiegel schauen und denken:
„Jep. Hier wohne ich ganz gern.“
Die Minimal-Routine (und was eine Pflegemarke hier verloren hat)
Wir sind eine Pflegemarke, du ahnst also, wohin das führt. Aber bleiben wir konsequent: Du brauchst keine zwanzig Produkte. Du brauchst wenige, die viel können und die du gern benutzt.
Wenn wir nur zwei Handgriffe behalten dürften, wären es diese: eine Seife, die du unter der Dusche magst, und morgens eine Creme, die dir Schritte spart.
59,99 €Body Bar Pack
Feste Körperseifen für morgens und abends. Die für morgens enthalten Aktivkohle und Vulkanpulver und machen wach. Die für abends grünen Tee, grüne Tonerde und Sheabutter, zum Beruhigen und für Feuchtigkeit.
- Gemacht für Pickel, eingewachsene Haare und rote Pünktchen
- Reinigen, ohne auszutrocknen
- Duften nach kleinem Luxus
34,99 €Handsomefyer
All-in-one-Creme mit „Du siehst aber gut aus!“-Effekt. Eine Creme statt drei, für alle, die gut aussehen wollen, ohne ein Ritual draus zu machen.
- Spendet Feuchtigkeit und mattiert
- Kaschiert Poren, glättet Fältchen und gleicht den Teint aus
- Mit Lichtschutzfilter
Viel draußen unterwegs? Handsomefyer Sun ist die Version mit Breitband-LSF 50 gegen UVA+UVB (36,99 €). Preise Stand Oktober 2026.
P.S. Falls du dich ein bisschen in den Peak-Performance-Typen wiedererkannt hast: keine Sorge. Uns geht’s mit Cremes genauso. 🖤
Häufige Fragen zum Körperkult
Was ist Körperkult?
Die Tendenz, das Aussehen zum Zentrum des eigenen Selbstwerts zu machen: trainieren, essen und sich pflegen aus Pflicht und schlechtem Gewissen, auf der Jagd nach einem Ideal, das nie erreicht wird. Sich zu pflegen ist gut; zum Kult wird es, wenn der Körper den Mittelpunkt deines Lebens einnimmt.
Ist Selbstpflege dasselbe wie Körperkult?
Nein. Selbstpflege heißt, Dinge für deinen Körper zu tun, weil sie dir guttun. Der Kult beginnt, wenn du es aus schlechtem Gewissen tust, wenn ein ausgelassener Tag deine Laune ruiniert oder wenn du dein Leben ums Gym oder die Diät herum organisierst.
Was ist Muskeldysmorphie?
Auch Bigorexie oder Adonis-Komplex genannt: Man sieht sich als zu klein oder zu wenig muskulös, obwohl das nicht stimmt, und ist ständig mit dem eigenen Körper beschäftigt, was den Alltag beeinträchtigt. Sie kommt häufiger bei Männern vor. Wenn du dich wiedererkennst, sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer psychotherapeutischen Fachperson.
Was ist Looksmaxxing?
Ein Internettrend, bei dem es darum geht, die eigene Attraktivität zu maximieren. Er mischt vernünftige Gewohnheiten (guter Schlaf, Hautpflege, ein guter Haarschnitt) mit ziemlich extremen Praktiken. Wir erklären ihn in Looksmaxxing 101.
Wie pflegt man sich, ohne besessen zu werden?
Such dir ein paar Gewohnheiten aus, die dir guttun und die du durchhältst (Bewegung, Schlaf, vernünftig essen, eine kurze Hautpflege-Routine), gönn dir freie Tage ohne schlechtes Gewissen und achte darauf, ob dein Körper anfängt, deine Laune oder deine Pläne zu bestimmen.
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Wo fange ich an?
Eine Creme, die dir Schritte spart, und eine Seife, die du gern benutzt. Und wenn du nicht weißt, was deine Haut braucht, sagt es dir unser Test in einer Minute.